Spendenaktion Hospiz Rodgau

Der Rodgauer Rotary Club ist dabei ein Leuchtturmprojekt umzusetzen: Stadt Rodgau unterstützt die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau mit Geld und einem traumhaften Grundstück am Wasserturm.

Fürsorgliche Begleitung auf dem letzten Weg

Im Kreis Offenbach gibt es bisher kein stationäres Hospiz zur Sterbebegleitung. Doch das soll sich bis zum Jahr 2019 dank des Engagements der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau ändern. Das ambitionierte Projekt in der mit rund 45.000 Einwohnern größten Kreiskommune kostet allerdings eine Investitionssumme von rund 3.600.000 Euro, das durch Spenden zusammenkommen soll. Mit 20.000 Euro ist die Stadt Rodgau dabei. Auch alle andere Kreiskommunen mit Ausnahme von Neu Isenburg machen mit.

Die Stadtverordnetenversammlung hat darüber hinaus der Hospiz Stiftung ein 4.000 m² großes Grundstück südwestlich vom Wasserturm angeboten. Für das derzeit als Schotterpiste bekannte und als illegale Parkfläche genutzte Grundstück wird derzeit ein Bebauungsplan aufgestellt. Die Fachämter arbeiten aktuell die dazu notwendigen Schritte im Einzelnen ab. Sollten die Genehmigungen alle erfolgen kommt es zu einer signifikanten Aufwertung des gesamten Areals. Denn immerhin verkommt dort seit einem Jahrzehnt ein geschlossener Minigolfplatz und ist wahrlich kein Aushängeschild für die Stadt. Die deutliche Verbesserung wird auch vom geschäftsführenden Vorsitzenden der Freunde des Wasserturms, Stephan Mathes, begrüßt. Der Frankfurter Rundschau gegenüber sagte er: „Wir wollen das Projekt auf jeden Fall unterstützen“. Schließlich möchte sein Verein die erweiterte Fläche ebenfalls nutzen um sie zu gestalten.

Wasserturmfreunde wollen das Projekt auf jeden Fall unterstützen

Für den 1. Vorsitzenden der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau gibt es überhaupt nur Gewinner. Die Stiftung hat, nachdem die Stiftung rund 900.000 Euro Stiftungskapital eingesammelt, mit der Mission Leben einen leistungsstarken Partner als Betreiber gefunden hat, nun auch das dritte Puzzle, nämlich das Grundstück, das endlich einem vernünftigen Zweck zugeführt wird. Denn über Jahre wurde dort Bauschutt abgelagert. Der mit der Planung beauftragte Jügesheimer Architekt, Norbert Beck, hat einen Vorentwurf für ein L-förmiges Gebäude geliefert, der den Bedarf abdeckt. Die Verwaltung und die Mitarbeiterräume sind der Straße und dem Wasserturm zugewandt, die 12 Gasträume der ruhigen Südwestseite. Hinzu gesellt sich ein Raum für Angehörige. Insgesamt werden rund 1200 m² für Mitarbeiter, Verwaltung, Gäste, Technik, Küche, Seminarräume etc. benötigt. Auch ein Raum der Stille ist vorgesehen. Es ist eine große Investition die hier vorgenommen wird. Wenn alle zusammenstehen ist das zu machen sagt Schatzmeister Herbert Sahm von der Stiftung. 900.000 Euro stehen auf dem Konto. Bis zum Jahresende soll die erste Million zusammenkommen.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann bestätigte, dass die Rotarier im richtigen Moment die Initiative übernommen haben. Denn der Bedarf an Hospizbetten ist groß. Deshalb muss etwas getan werden. Dass sich die Rotarier um den Rodgauer Standort so bemüht haben ist nur konsequent. Liegt doch Rodgau zwischen den drei medizinischen Schnittstellen Langen, Seligenstadt und Offenbach. Die von den Rotariern ermittelten Zahlen sprechen zudem eine klare Sprache. Derzeit sterben im Kreis jährlich 3.500 Personen, in der Stadt Offenbach 1.200. Eine Zahl, die sich in den kommenden 15 Jahren auf rund 6.000 Personen erhöht und den dringenden Bedarf für ein stationäres Hospiz verdeutlicht. Bei den bestehenden Hospizen in der Stadt Offenbach, in Frankfurt und Hanau bestehen Wartelisten. Das ist ein Zustand der für Stergiou nicht tragbar ist. „Dass jemand darauf warten muss, dass jemand stirbt um ein Hospizbett zu bekommen ist nicht vorstellbar, dennoch tägliche Realität“. Umso wichtiger ist ihm dass der Standort so viel Anklang findet. „Wir wollen, dass unsere Gäste mitten im Leben hier sind“, sagte er. Das breite Engagement der Rodgauer Bürger für ihr Hospiz fasziniert ihn. St. Nikolaus stiftet den Reinerlös des Pfarrfestes und stellt die Kirche kostenlos für Benefizveranstaltungen zur Verfügung, die Emmaus Gemeinde führt Kollekten durch und die evangelische Frauenhilfe aus Dudenhofen ist seit der ersten Stunde engagiert an Bord. Aber auch aus allen anderen Kommunen kommen positive Signale.

Schließlich gehe es darum, unheilbar kranke Menschen, deren häusliche Pflege nicht gesichert ist, aufzunehmen und sie fürsorglich und liebevoll auf ihrem letzten Weg zu begleiten, sagte Stergiou.

Hospiz Schatzmeister Herbert Sahm bestätigte, die ehrgeizigen Ziele. Im nächsten Jahr soll das Stiftungskapital auf 1.500.000 Euro ansteigen, im Jahr darauf auf 2 Millionen. Eine weitere Million kommt von der „Werte Stiftung Frankfurt“ hinzu, so dass lediglich eine kleine Spitze zum Ausgleich aufgenommen werden muss.

Auch der Zeitplan ist sehr ambitioniert. Zweiter Vorsitzender Dr. Philipp Geis denkt an den Spatenstich im ersten Halbjahr 2018, Grundsteinlegung im Herbst, das Richtfest zur Jahreswende die Fertigstellung bereits 2019 mit der Einweihungsfeier.

Dr. Philipp Geis führte aus: Die Idee für das Projekt entstand bereits 2013 in den Reihen des Rotary Clubs Rodgau. Die knapp 30 Mitglieder stifteten bis heute rund 80.000 Euro. Die Stiftung wurde im Juni 2014 genehmigt. Wenn die erste Million auf dem Konto steht,  benötigen wir genügend Unterstützer die erkennen, dass es eine Notwendigkeit gibt, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Mit den ambulanten Hospizgruppen stehen wir bereits in einem guten Kontakt und wünschen ein breites Netzwerk mit Ehrenamtlichen des Kreises Offenbach. Das deckt sich mit dem Wunsch der Mission Leben, die das Hospiz mit 12 Betten betreiben und eng mit den ambulanten Kräften zusammenarbeiten möchten. Für den Vorsitzenden der Stiftung, Dr. Nikos Stergiou, ist wichtig, dass sich im nächsten Schritt Handwerk, Industrie und Wirtschaft, sprich die Arbeitgeber an den Zustiftungen beteiligen. Schließlich ist es ein gutes Gefühl, wenn die Mitarbeiter spüren, dass es eine „Letztverlässlichkeit“ des Arbeitgebers gibt, die er auch erfüllt. Es tut der Belegschaft gut, wenn sie weiß, dass man in Krisenzeiten nicht vom Arbeitgeber allein gelassen wird, sondern begleitet“ sagt der Chefarzt der Asklepios Klinik.

 

Spendenkonten:

Hospiz Stiftung Rotary Rodgau
Sparkasse Langen-Seligenstadt
IBAN: DE49506521240001132976
BIC: HELADEF1SLS
BLZ: 50652124
Kto-Nr: 1132976


Hospiz Stiftung Rotary Rodgau
Vereinigte Volksbank Maingau
IBAN: DE28505613150008908737
BIC: GENODE51OBH
BLZ: 50561315
Kto-Nr: 8908737

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